Alle Artikel von Bernhard Griessler

Ausgabe 689 – Oktober 2020

Gut geschlafen?

Gerade vor Wahlen werden ja auch in St. Pölten immer Personen und Interessensgruppen munter, die sonst das ganze Jahr über eher durch Abwesenheit brillieren. Dann nämlich zeigen sich die seltenen Exemplare der Spezies Politiker in ihrem buntesten Kleid: Von grün bis rosa sind diese „besseren Zweitwohnsitzer“ gekleidet und buhlen mit schreierischen Pressemeldungen um Stimmen und KandidatInnen für eine Wahl, die es noch gar nicht gibt. In der Landeshauptstadt nimmt dieses Schauspiel gar solche Ausmaße an, dass dieses Phänomen nämlich schon erkennbar ist, bevor noch ein Wahltermin feststeht. Dabei rütteln die LegionärInnen einander mit schrillen Rufen wach, sodass auch für niemanden mehr an Ruhe zu denken ist.

Wir St. PöltnerInnen lassen uns von schrillen Rufen und bunten Farben nicht vom Wesentlichen ablenken. Wir wissen, wer sich Tag und Nacht für unsere Anliegen und unsere Stadt einsetzt.

Wie ein schlechter Traum wirkt jedoch dabei ein ganz besonderer Ruf: Die Grünen, selbst in der Bundesregierung vertreten, rufen Gemeinden dazu auf, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen. Und das, obwohl die Gemeinden dies in Eigenregie gar nicht dürfen und gerade die Grünen nur einen entsprechenden Beschluss im Bund fassen müssten: Ein Albtraum, wie hier zynisch politisches Kleingeld gewechselt wird. Gute Nacht!

Ihr Stadtwolf

Ausgabe 686 – Juni 2020

Koste es, was es wolle

Hunderte Millionen sollten es sein, die Gewerbe in Österreich – und damit verbunden unzählige Existenzen – sichern. „Koste es, was es wolle“, wurde zum Beginn der Coronakrise von der Bundesregierung verlautbart. Nun, etwa hundert Pressekonferenzen des Kanzlers später, wissen wir: Fast alle kleinen bis mittelgroßen Unternehmen warten noch immer auf die versprochene Hilfe. Die Folge: So viele Arbeitslose, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, unzählige weitere ArbeitnehmerInnen in Kurzarbeit und zahlreiche Selbständige hoch verschuldet oder vor dem wirtschaftlichen Ruin. Wie viel ist also „koste es, was es wolle“? Für das deutsche Unternehmen „Lufthansa“ mit der Tochter „AUA“ ganz konkret 450 Millionen Euro. Diese Riesensumme österreichisches Steuergeld wird ohne wesentliche weitere Bedingungen überwiesen, während kleine regionale Unternehmen hingehalten werden. Politik für die Vielen sieht anders aus. Die Wenigen, die davon konkret profitieren, sind übrigens die Aktionäre der Fluggesellschaft, die sich auch künftig über satte Dividendenauszahlungen freuen dürfen, während der kleine Masseur ums Eck womöglich aus der Wohnung fliegt. Nun sind Taten gefragt! Das kleine St. Pölten zeigt vor, wie es gehen kann. Der Bund sollte schleunigst nachziehen!

Ihr Stadtwolf