Ausgabe 710 – Oktober 2021

Verkehr(t) gedacht

1.500 AktivistInnen beim internationalen Klimastreik in St. Pölten zeigen klar: Politik und Gesellschaft müssen die vorherrschenden Probleme und Sorgen ernst nehmen. Der Klimawandel ist real und ein Umdenken ist notwendig.

Viel diskutiert ist dabei auch die sogenannte Mobilitätswende. Was ist damit aber eigentlich gemeint? In aller Kürze: der Umstieg auf alternative Verkehrsmittel bzw. öffentlichen Personen-Nahverkehr. Und wer ist dabei nun gemeint? Ganz zynisch: immer die anderen.

Sieht man sich nämlich an, was frühmorgens vor Schulen oder entlang der B20 los ist, so zeigt sich in der Realität ein anderes Bild: Blechlawinen soweit das Auge reicht. Die zurückgelegte Strecke beträgt dabei oft weniger als zwei Kilometer. Hinzu kommen jene Personen, die schlichtweg kein effizientes Öffi-Angebot verfügbar haben.

Ein Wandel kann also kurz- bis mittelfristig nur durch strikte Einschränkungen wie Einfahrtsverbote und einen sofortigen, umfassenden Öffi-Ausbau gelöst werden.

Während gerade die Nord-Süd-Achse St. Pöltens oft im Verkehr zu ersticken droht, wird von den zuständigen Stellen bei Bund und Land weiterhin der Ausbau der Öffis im Zentralraum rausgeschoben. Mitziehen können so nur Privilegierte, die sich das doppelt so teure E-Auto, die Wohnung im Zentrum oder einfach einen gemütlichen Arbeitsweg leisten können.

Ihr Stadtwolf